Alexander Huber fünfter Träger des Paul-Preuss-Preises

Alexander Huber ist der fünfte Träger des Paul-Preuss-Preises. Der 48-jährige Extremkletterer aus Berchtesgaden erhielt am Montag, den 23. Oktober 2017, im Münchner Kulturzentrum Gasteig aus der Hand des Fernsehjournalisten Lutz Maurer diese renommierte Auszeichnung, die einmal jährlich von der Interntionalen Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) an herausragende Kletterer vergeben wird. Gewürdigt wurden dabei seine Leistungen in den Bergen der Welt, aber auch seine vom Geiste des Paul Preuss erfüllte Kletterphilosophie. Darauf wies in seiner Laudatio Ernst Vogt, Leiter der Sendung «Rucksackradio» des Bayerischen Rundfunks, besonders hin.

Im Anschluss an die Preisverleihung zeigte Alexander Huber auf Einladung der DAV-Sektionen München und Oberland im Rahmen der «Alpinen Highlights» im vollbesetzten Carl-Orff-Saal seinen neuesten Vortrag «Die steile Welt der Berge».

Der 1913 im Alter von nur 27 Jahren am Mandlkogel im Gosaukamm (Dachsteingebirge) tödlich abgestürzte Paul Preuss war der geniale Vertreter des Freikletterns – in Wort und Tat –, und er handelte nach dem Motto «Das Können ist des Dürfens Maß». Dabei vertrat er kompromisslos die Ansicht, dass nicht mit technischem Aufwand, sondern ausschließlich nur durch das Können des Kletterers schwierige Wandprobleme gelöst werden dürften.

Günther Manstorfer (links), Vorstand der Sektion München, freut sich mit Lutz Maurer, dem Obmann der Paul-Preuss-Gesellschaft, über die Verleihung des diesjährigen Paul-Preuss-Preises an den Berchtesgadener Extremkletterer Alexander Huber (Mitte). (Foto: Helmberger)

Paul Preuss, Sohn jüdischer Eltern, war ein großer Intellektueller und musischer Mensch. Er verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit in Altaussee im steirischen Salzkammergut; nach dem Abitur begann er in Wien Pflanzenphysiologie zu studieren, wechselte dann aber nach München und machte sich einen Namen mit zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen.

Dass sein Andenken in den Jahrzehnten nach seinem Tod verblasste, lag auch an der politischen Situation nach dem Ersten Weltkrieg, als die Juden immer mehr ins gesellschaftliche Abseits gedrängt und später in der Nazizeit gnadenlos verfolgt wurden.

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat ihn Reinhold Messner vor dem endgültigen Vergessen bewahrt und mit Veröffentlichungen auf dessen kompromisslose Kletterphilosophie aufmerksam gemacht. Messner war 2013 in Altaussee, als sich der Todestag des großen Kletterers zum 100. Mal jährte, der erste Träger dieses Paul-Preuss-Preises; ihm folgten Hanspeter Eisendle, Albert Precht (+), Hansjörg Auer und jetzt Alexander Huber.

Der wechselnd zusammengesetzten Jury des Paul-Preuss-Preises gehören Alpinjournalisten und namhafte Kletterer an, unter ihnen der jeweils zuletzt ausgezeichnete  Paul-Preuss-Preisträger.

Der Paul-Preuss-Preis 2017 wird gefördert von der Fa. Deuter und der Kompass Karten GmbH.

Schreibe einen Kommentar