Moderator Malte Roeper, Bernd Arnold und Laudator Alexander Huber. (Foto: Helmberger)

Bernd Arnold in Salzburg
mit dem Paul-Preuss-Preis ausgezeichnet

Das 26. Salzburger Bergfilmfestival „Abenteuer Berg – Abenteuer Film“ hatte zum Auftakt in Film- und Kulturzentrum „DAS KINO“ am Donnerstag, 14. November 2019, einen
ganz besonderen Termin:


Zu Gast war der 72-jährige sächsische Spitzenkletterer Bernd Arnold, ihm verlieh Lutz Maurer, Obmann der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft, den seit 2013 vergebenen, inzwischen sehr renommierten Paul-Preuss-Preis. Damit würdigte die Gesellschaft mit Sitz in Grundlsee im steirischen Salzkammergut die Leistungen des Kletterers, der bis zum Fall der Mauer vor dreißig Jahren vor allem in „seinem“ Elbsandsteingebirge Maßstäbe gesetzt hatte. Nach dem Zusammenbruch der DDR gab es für ihn keine Reisebeschränkungen mehr, und so setzte Bernd Arnold auch in den Bergen der Welt Maßstäbe als Freikletterer im Sinne des Protagonisten Paul Preuss, dessen Maxime „Das Können ist des Dürfens Maß“ als Beispiel für viele Bergsteiger der Generationen nach ihm diente.


Der Berchtesgadener Spitzenkletterer Alexander Huber, Preisträger 2017, würdigte in seiner Laudatio die Leistungen seines Kollegen und Freundes und hob hervor, dass sich Bernd Arnold mit seiner Philosophie des Freikletterns und dem Verzicht auf künstliche Hilfsmittel beim Klettern in einer gedanklichen Vernetzung mit Paul Preuss befunden habe. Er habe in der DDR „im Alleingang“ mit den besten Kletterern der Welt mitgehalten und seinen Erstbegehungen im Elbsandstein phantasievolle Namen gegeben. So mit der Route „Wand im Morgenlicht“ am Wehlturm oder der „Weißen Taube“. Da Bernd Arnold das Reisen zu den Bergen der Welt verwehrt gewesen sei, seien viele bekannte Kletterer wie Wolfgang Güllich, Chris Barber, Lynn Hill und Kurt Albert zu ihm gekommen und hätten mit ihm eine „Kletterfamilie“ gebildet. Arnolds Leistungen, losgelöst von der internationalen Kletterszene, könne man sich im Westen nicht vorstellen.


Alex Huber erinnerte aber auch an den schweren Unfall bei einer späteren Kletterexpedition des Deutschen Alpenvereins nach der Wende am Trango Tower im Karakorum, wo er bei einem Spaltensturz schwere Verletzungen erlitt, die seine weitere Kletterkarriere in Frage stellten. Besonders angetan hatten es Arnold die Granitfelsen in Patagonien, vor allem am Fitz Roy.


„Bernd Arnold ist zwar in der Sächsischen Schweiz zu Hause, aber er hat in den Bergen der Welt seine Spuren hinterlassen“, würdigte Alex Huber die Leistungen und die Kletterphilosophie seines Freundes, und er wies auch angesichts seines Schicksals in der DDR auf das friedliche Miteinander hin, das für Arnold so großen Wert bedeute.


Der Geehrte nahm anschließend „gerührt“, wie er betonte, den vom Siegsdorfer Künstler Walter Angerer d. J. geschaffenen Preis entgegen und sprach von einem „Ritterschlag“, der ihm mit diesem Preis zuteil geworden sein. Immerhin ist Bernd Arnold der siebte Träger dieses Preises, seine Vorgänger waren neben Alex Huber so bekannte Alpinisten wie Reinhold Messner, Hanspeter Eisendle, Albert Precht, Kurt Albert, Hansjörg Auer und Beat Kammerlander.


In seinem Vortrag ging Bernd Arnold, der in Hohnstein am Rande des Elbsandsteingebirges eine von Großvater und Vater vererbte Buchdruckerei und dann mit seiner Frau ein Sportgeschäft betrieb, auf seine alpinistische und private Lebensgeschichte ein und schilderte in bedächtigen Worten diese Entwicklung, die ihn nicht erst seit Entgegennahme dieses Preises zu einer „Alpinlegende“ gemacht hat.


Zu Gast bei dieser von dem Traunsteiner Spitzenkletterer Malte Roeper moderierten Veranstaltung waren viele ehemalige Größen der Bergsteigerszene, wie man es bei diesem Festival ja schon seit vielen Jahren gewohnt ist. 

Internet: www.paulpreuss-gesellschaft.at

www.daskino.at