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Vorarlberger Freikletterer beim IMS in Brixen geehrt

Der Vorarlberger Extremkletterer Beat Kammerlander ist der sechste Träger des Paul-Preuss-Preises, den ihm Lutz Maurer, Obmann der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG), am 13. Oktober 2018 im Rahmen des 10. International Mountain Summit in Brixen (Südtirol), der „Bergsteigerstadt 2018“, überreichte. Mit diesem Preis, einer von dem bayerischen Künstler Walter Angerer d. J. geschaffenen Büste, zeichnet die IPPG Bergsteiger aus, die das von Paul Preuss begründete Prinzip des Freikletterns nachhaltig praktizieren. 

Lutz Maurer,  Fernsehjournalist des ORF und einer der Begründer der Sendereihe „Land der Berge“, würdigte Beat Kammerlanders alpinistische Leistungen und vor allem seine Philosophie des Bergsteigens nach dem Prinzip von Paul Preuss „Das Können ist des Dürfens Maß“. „Er hat in den achtziger und neunziger  Jahren das getan, was Paul Preuss vorgemacht hat.“ Er habe also das Vermächtnis des großen Freikletterers weitergetragen.

„Paul Preuss kommt aus dem klassischen Alpinismus“, stellte Hanspeter Eisendle in seiner Laudatio fest und betonte, Kammerlander habe sich in seiner Freikletterei „die glattesten Wände der Alpen in bester Felsqualität gesucht“, und seine Routen seien „alpinistische Kunstwerke, die weltweit Respekt finden“. Seine Erstbegehungen seien Zeugnis dafür, dass Bohrhaken nicht schuld am „Mord am Unmöglichen“ seien. „Seine Routen sind Ausdruck höchster Kletterkunst.“

Im Anschluss daran zeigte Kammerlander seinen Vortrag „Visionäre der Vertikalen“, bei dem sich die Zuschauer von der hohen Qualität des Extremkletterers, aber auch der Protagonisten früherer Zeiten überzeugen konnten.

Erster Preisträger war 2013 Reinhold Messner, der das 1913 am Mandlkogel tödlich abgestürzte und später fast vergessene Freiklettergenie wieder entdeckte. Weitere Preisträger waren in den Folgejahren Hans-Peter Eisendle, Albert Precht (+), Hans-Jörg Auer und Alexander Huber.

Paul Preuss, Sohn einer jüdischen Wiener Familie, wurde 1886 in Altaussee im steirischen Salzkammergut, der Sommerfrische seiner Eltern, geboren und wurde von dem Ischler Salineningenieur Hans Reinl in die Geheimnisse des Kletterns eingeführt. Binnen weniger Jahre entwickelte er sich zu einem herausragenden Kletterer, ihm gelangen 1200 Fels-, Ski- und Hochtouren, davon 150 Erstbegehungen und 300 Alleingänge. Dabei verzichtete er bewusst auf technische Hilfsmittel, sogar das Abseilen lehnte er ab. „Wer technische Hilfsmittel benötigt, um eine Tour machen zu können, die er ohne diese nicht wagen würde, soll auf die Tour verzichten“, war einer seiner Leitsprüche, und „Das Können ist des Dürfens Maß“ seine Maxime. Im Oktober 1913 ist er bei einem Alleingang am Mandlkogel im Gosaukamm tödlich abgestürzt, er wurde nur 27 Jahre alt.

Beim 10. International Mountain Summit“ in Brixen gab sich eine Woche lang die Elite des Kletterns ein Stelldichein, unter anderen die Südtirolerin Tamara Lunger und Robert Jasper sowie der Philosoph Richard David Precht.

Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft

14.10.2018

International Mountain Summit (IMS) in Brixen (von links): Markus Gaiser (IMS), IPPG-Obmann Lutz Maurer, Preisträger Beat Kammerlander, Laudator Hanspeter Eisendle, Alex Ploner (IMS).

Paul-Preuss-Preis 2018 an Beat Kammerlander

Der Vorarlberger Extremkletterer Beat Kammerlander ist der neue Träger des Paul-Preuss-Preises, den die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) an herausragende Bergsteiger und Kletterer verleiht. Damit würdigt sie deren Einstellungen und Leistungen im Sinne der Grundsätze des Paul Preuss. Der 1886 in Altaussee geborene Paul Preuss war der erste Bergsteiger, der mit seinem konsequenten Einsatz für einen freien Kletterstil und einem bewussten Abwägen des Risikos alpine Meilensteine gesetzt hat. Damit war er seiner Zeit weit voraus.

Beat Kammerlander ist 2018 nach Reinhold Messner, Hanspeter Eisendle,
Albert Precht (+), Hansjörg Auer und Alexander Huber der sechste Träger dieses renommierten, jährlich vergebenen Preises.

Die Übergabe der Auszeichnung erfolgt am Samstag, den 13. Oktober 2018, im Rahmen des International Mountain Summit (IMS) in Brixen, dem wichtigsten Alpin-Forum im deutschsprachigen Raum. Im Anschluss daran hält Beat Kammerlander seinen Vortrag über „Visionäre der Vertikalen“; dabei gibt er dem Publikum einen Einblick in die Geschichte des Kletterns im Rätikon, von den Anfängen des extremen Alpinismus bis zu den Meisterleistungen der heutigen Zeit.

Die 2013 gegründete Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft mit Sitz in Grundlsee im steirischen Salzkammergut will mit diesem Preis das Andenken an einen der größten Alpinisten und Freikletterer bewahren.  Weitere Informationen über den Paul-Preuss-Preis gibt es auch unter www.paulpreuss-gesellschaft.at. 

International Mountain Summit 08.-13.10.2018 in Brixen/Südtirol
Programm im Internet: www.ims.bz

 

 

Alexander Huber ist der fünfte Träger des Paul-Preuss-Preises. Der 48-jährige Extremkletterer aus Berchtesgaden erhielt am Montag, den 23. Oktober 2017, im Münchner Kulturzentrum Gasteig aus der Hand des Fernsehjournalisten Lutz Maurer diese renommierte Auszeichnung, die einmal jährlich von der Interntionalen Paul-Preuss-Gesellschaft (IPPG) an herausragende Kletterer vergeben wird. Gewürdigt wurden dabei seine Leistungen in den Bergen der Welt, aber auch seine vom Geiste des Paul Preuss erfüllte Kletterphilosophie. Darauf wies in seiner Laudatio Ernst Vogt, Leiter der Sendung «Rucksackradio» des Bayerischen Rundfunks, besonders hin.

Im Anschluss an die Preisverleihung zeigte Alexander Huber auf Einladung der DAV-Sektionen München und Oberland im Rahmen der «Alpinen Highlights» im vollbesetzten Carl-Orff-Saal seinen neuesten Vortrag «Die steile Welt der Berge».

Der 1913 im Alter von nur 27 Jahren am Mandlkogel im Gosaukamm (Dachsteingebirge) tödlich abgestürzte Paul Preuss war der geniale Vertreter des Freikletterns – in Wort und Tat –, und er handelte nach dem Motto «Das Können ist des Dürfens Maß». Dabei vertrat er kompromisslos die Ansicht, dass nicht mit technischem Aufwand, sondern ausschließlich nur durch das Können des Kletterers schwierige Wandprobleme gelöst werden dürften.

Günther Manstorfer (links), Vorstand der Sektion München, freut sich mit Lutz Maurer, dem Obmann der Paul-Preuss-Gesellschaft, über die Verleihung des Paul-Preuss-Preises 2017 an den Berchtesgadener Extremkletterer Alexander Huber (Mitte). (Foto: Helmberger)

Paul Preuss, Sohn jüdischer Eltern, war ein großer Intellektueller und musischer Mensch. Er verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit in Altaussee im steirischen Salzkammergut; nach dem Abitur begann er in Wien Pflanzenphysiologie zu studieren, wechselte dann aber nach München und machte sich einen Namen mit zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen.

Dass sein Andenken in den Jahrzehnten nach seinem Tod verblasste, lag auch an der politischen Situation nach dem Ersten Weltkrieg, als die Juden immer mehr ins gesellschaftliche Abseits gedrängt und später in der Nazizeit gnadenlos verfolgt wurden.

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat ihn Reinhold Messner vor dem endgültigen Vergessen bewahrt und mit Veröffentlichungen auf dessen kompromisslose Kletterphilosophie aufmerksam gemacht. Messner war 2013 in Altaussee, als sich der Todestag des großen Kletterers zum 100. Mal jährte, der erste Träger dieses Paul-Preuss-Preises; ihm folgten Hanspeter Eisendle, Albert Precht (+), Hansjörg Auer und jetzt Alexander Huber.

Der wechselnd zusammengesetzten Jury des Paul-Preuss-Preises gehören Alpinjournalisten und namhafte Kletterer an, unter ihnen der jeweils zuletzt ausgezeichnete  Paul-Preuss-Preisträger.

Der Paul-Preuss-Preis 2017 wurde gefördert von der Fa. Deuter und der Kompass Karten GmbH.