Lutz Maurer, Mitbegründer von „Land der Berge“, hat die Fernsehanstalt verlassen

Mit Lutz Maurer ist einer der großen Dokumentarfilmer des Österreichischen Rundfunks und Fernsehens (ORF) in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Der gebürtige Linzer, seit vielen Jahrzehnten in Grundlsee im Ausseer Land zu Hause, hatte zunächst in der Sportredaktion des Senders gearbeitet, wobei er mehrere Olympische Spiele und Weltmeisterschaften journalistisch begleitete. Zusammen mit Manfred Gabrielli und Bernd Seidel hatte er - unter dem legendären Thaddäus Podgorski als Leiter der Sportredaktion das Konzept für eine Alpin-Sendung für das von Bergen geprägte Österreich ausgearbeitet und diese - angelehnt an den Text der Nationalhymne - „Land der Berge“ benannt. Die Premiere erfolgte am 29. Mai 1982, und in der Folge bewiesen die hohen Einschaltquoten, dass die „Macher“ dieser Sendereihe ins Schwarze getroffen hatten.

Prominente vor der Kamera

„Berge gehören zur Identität unserer Heimat, spielten über Jahrhunderte nicht nur in Politik und Kriegsgeschehen, sondern auch in Musik, den bildenden Künsten, in Film und Theater und vor allem in der Literatur Österreichs eine große Rolle“, so Lutz Maurer, der diese Fakten in „Land der Berge“ verinnerlichte und von prominenten Persönlichkeiten wie Miguel Herz-Kestranek, Klaus Maria Brandauer, Christoph Ransmayr, Herbert Tichy, Hermann Buhl, Kurt Diemberger und Heinrich Harrer, dem Skistar Toni Sailer sowie vielen der großen Bergsteiger unserer Zeit wie Reinhold Messner, Peter Habeler, Wolfgang Nairz, Wanda Rutkiewitz, Albert Precht, Beat Kammerlander und Gerlinde Kaltenbrunner erklären ließ. Der Regisseur Fred Zinnemann und sein Seilkamerad, der Musiker Joseph Braunstein - beide berühmte Vertreter der jüdischen Elite Österreichs -, der Innsbrucker Bischof Reinhold Stecher, aber auch unbekannte Bewohner des Alpenraums zählten zu jenen Menschen, über die die ORF-Leute berührende Portraits schufen.

2004 wurde „Land der Berge“ von TW1 bzw. ORF III übernommen. Schließlich entschied sich Lutz Maurer, inzwischen fast 79 Jahre alt, nach fünf Jahrzehnten und rund 150 Dokumentationen für „Land der Berge“, für die TV-Sportredaktion sowie einigen im Kulturbereich Schluss zu machen. „Ich bin dankbar, dass wir die goldenen Jahre des ORF miterleben konnten, für ihn arbeiten durften. „Der Blick auf die letzten zwei Dezennien hingegen fällt mir nicht leicht“, so Lutz Maurers zwiespältiges Fazit seiner Zeit beim ORF.

Einen schweren Verlust hat die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft hinnehmen müssen: Wenige Tage vor Weihnachten ist unser Kassier Franz Neumayr im Alter von 80 Jahren überraschend verstorben. 

Franz Neumayr war 2014 Gründungsmitglied unserer Gesellschaft und hatte seit dieser Zeit die Kasse geführt. Als Bankfachmann hatte er dieses wichtige Amt professionell ausgeübt. Sein Tod ist für uns ein großer Verlust.

Franz Neumayr war in seiner Jugend ein klassischer Wiener Bergsteiger, der, wie viele aus dieser Szene, im Wienerwald, auf der Rax und am Schneeberg seine alpinen Erfahrungen sammelte. Im Lauf seines weiteren Bergsteigerlebens bestieg er zahlreiche weitere hohe Alpengipfel.

Beruflich war er jahrzehntelang im Bankwesen tätig, wobei er es im Lauf seiner Karriere bis zum Direktor der Creditanstalt-Bankverein gebracht hatte und dort als Ombudsmann großes Vertrauen genoss. 

Eine enge verwandtschaftliche Beziehung führte ihn schon bald nach Altaussee, das ihm in seinen letzten Jahrzehnten zur zweiten Heimat geworden war. Franz Neumayr war kulturell hoch gebildet, ein Feingeist, begeisterter Fotograf und Sammler von Altaussee-Bildern. Er war Stammgast in den großen Wiener Opern und Konzerthäusern sowie führendes Mitglied der Gustav-Mahler-Gesellschaft in Wien.

Die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft ist ihm zu großem Dank verpflichtet, er war nicht nur wichtiges Vorstandsmitglied, sondern ist uns ein Freund geworden, der sich stets für uns und unsere Belange eingesetzt hat.

Seiner Familie gilt unsere herzliche Anteilnahme, wir werden Franz nie vergessen.

Grundlsee im Dezember 2019